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Kurz gesagt: Hardware bleibt bis weit ins Jahr 2027 teuer. Die Preise steigen zwar langsamer als zu Jahresbeginn, eine Trendwende nach unten ist aber nicht in Sicht. Wer in den kommenden Monaten neue Geräte braucht, sollte nicht auf sinkende Preise hoffen.
Hinter den steigenden Preisen steht vor allem eine Entwicklung: der weltweite Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Diese Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Arbeitsspeicher und SSD-Speicher, und die Betreiber sind bereit, dafür hohe Preise zu zahlen.
Die Zahl der Hersteller von Speicherchips ist klein, und neue Fabriken brauchen Jahre, bis sie produzieren. Die bestehenden Kapazitäten lassen sich also nicht beliebig ausweiten. Entsprechend verlagern die Hersteller ihre Produktion dorthin, wo die Margen am höchsten sind: zu Speicher für Server und KI-Anwendungen. Für PCs, Notebooks und Grafikkarten bleibt weniger übrig, und dieses knappere Angebot treibt die Preise auch im Endkundenmarkt nach oben.
Laut dem Marktforschungsinstitut TrendForce stiegen die Grosshandelspreise für Arbeitsspeicher im ersten Quartal 2026 um rund 95 % gegenüber dem Vorquartal. Im zweiten Quartal folgte ein weiterer Anstieg um rund 60 %. Für das dritte Quartal erwartet TrendForce nochmals 13 bis 18 %.
Das Tempo sinkt also, doch das ist keine Entwarnung. Die Prozentwerte beziehen sich jeweils auf ein bereits stark erhöhtes Niveau. Auch ein kleinerer Anstieg bedeutet deshalb, dass die Preise von einem Rekordniveau aus weiter klettern. Für das vierte Quartal hat TrendForce die Prognose im September sogar nach oben korrigiert.
| Komponente | Aktueller Trend | Ausblick 6 bis 12 Monate |
|---|---|---|
| Arbeitsspeicher (RAM) | Rekordpreise, Anstieg verlangsamt sich | Weiter steigend, keine Entspannung vor 2027 |
| SSD-Speicher | Stark verteuert, Anstieg flacht ab | Heim- und Büro-SSDs nur noch leicht teurer, Server-SSDs deutlich teurer |
| Grafikkarten | Im August rund 15 % teurer als im Juli, viele Modelle 30 bis 50 % über Listenpreis | Weiter angespannt, Nvidia stärker betroffen als AMD |
| Notebooks und PCs | Preise steigen, Hersteller sparen teils bei RAM und SSD | Weitere Aufschläge wahrscheinlich, v. a. bei Geräten mit viel Speicher |
Arbeitsspeicher ist am stärksten betroffen, da er direkt mit dem Bedarf der Rechenzentren konkurriert. Bei SSDs zeigt sich eine Zweiteilung: Modelle für Heim und Büro werden nur noch leicht teurer, während Server-SSDs weiter deutlich zulegen. Grafikkarten sind besonders angespannt, weil sie selbst schnellen Speicher benötigen und die Hersteller ihre Kapazitäten ebenfalls auf KI ausrichten. Bei Notebooks und PCs fangen manche Hersteller die Kosten ab, indem sie Geräte mit weniger Arbeitsspeicher oder kleineren SSDs ausliefern. Ein unveränderter Preis kann also bedeuten, dass Sie weniger Leistung erhalten.
Nicht auf tiefere Preise warten
Nach heutigem Stand gibt es keine Anzeichen, dass die Preise in absehbarer Zeit sinken. Wer eine Anschaffung ohnehin plant, fährt mit einem Kauf in den nächsten Wochen besser als im Frühling. Das gilt besonders, wenn ein bestehendes Gerät bereits Probleme macht oder bald ersetzt werden muss.
Beim Speicher nicht sparen
Wählen Sie lieber gleich 16 oder 32 GB Arbeitsspeicher. Bei vielen Notebooks ist der Speicher fest verlötet und lässt sich später nicht erweitern. Wo Nachrüsten möglich ist, wird es nicht günstiger. Ein Gerät mit ausreichend Speicher bleibt zudem länger leistungsfähig, was die höheren Anschaffungskosten über die Nutzungsdauer relativiert.
Auf die Ausstattung achten
Vergleichen Sie bei Angeboten nicht nur den Preis, sondern auch Arbeitsspeicher und SSD-Grösse. Ein vermeintlich günstiges Gerät ist manchmal einfach knapper ausgestattet als sein Vorgänger.
Offerten zügig bestätigen
Die Einkaufspreise ändern sich derzeit oft innert weniger Wochen. Eine Offerte, die heute gilt, kann bald nicht mehr zum gleichen Preis erfüllt werden. Bestätigen Sie Angebote deshalb möglichst rasch, wenn Sie sich entschieden haben.
Sie sind unsicher, ob sich ein Neukauf lohnt oder Ihr Gerät noch ein, zwei Jahre durchhält? Manchmal reicht eine gezielte Aufrüstung, manchmal ist ein Ersatz die wirtschaftlichere Lösung. Wir prüfen Ihre Situation und beraten Sie gerne ehrlich und ohne Verkaufsdruck.

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